Wenn Ernährung zur Bedrohung wird
Den Rohingya wurde über Jahrzehnte mit Entrechtung, Vertreibung und Gewalt die Selbstversorgung genommen. Staatenlos, von Feldern, Märkten und Arbeit ausgeschlossen, leben sie in Rakhine und den Lagern Kutupalongs unter erzwungener Aushungerung. Das Verfahren Gambias vor dem Internationalen Gerichtshof könnte erstmals klären, ob der systematische Entzug von Nahrung als Methode des Völkermords zu werten ist.
Ernährung: Lebensgrundlage, Kulturgut und Kriegswaffe
Das Agrifood-System versorgt rechnerisch zehn bis zwölf Milliarden Menschen, doch Tierfütterung, Industrie und Verschwendung entziehen der Welt Nahrung. Krieg, Vertreibung, gekürzte Hilfe und El Niño verschärfen den Hunger. Zugleich drohen Übergewicht für sechs von zehn Erwachsenen und ein beispielloser Verlust an Artenvielfalt: Kein anderer Sektor schädigt sie stärker als unsere Ernährung. Unser Schwerpunktthema in dieser Ausgabe.
Europas ausgelagerte Grenze
Die EU rüstet ihre Außengrenzen auf und lagert Asylverantwortung an autoritäre Partner in Nordafrika aus. Gelder, Ausrüstung und Kooperationen mit tunesischen, libyschen und anderen Sicherheitsapparaten halten Schutzsuchende fern – trotz dokumentierter Gewalt, Folter und Todesgefahr. Sinkende Ankunftszahlen verschleiern: Fluchtrouten verlagern sich, die Zahl der Opfer steigt. Den Preis zahlen Geflüchtete mit ihrem Leben. Von Laura Mahler
"Nobody is illegal on stolen land"
Für Henry Red Cloud, Oglala Lakota aus Pine Ridge, ist Clean Energy ein Schlüssel zu Selbstverwaltung und Souveränität. Mit Solaranlagen, Schulungen, Niedrigenergiehäusern, Gärten und Bisonzucht stärkt sein Renewable Energy Center die Unabhängigkeit verarmter Reservate. Ein Bündnis von 19 indigenen Nationen will bis 2029 Solarenergie ausbauen. Von Yvonne Gangert.
Klimawandel und Kolonialismus
Der Klimawandel ist ein globales Problem, dessen Ursachen und Folgen ungleich verteilt sind. Neben Industrialisierung und Konsum spielen auch historische Faktoren wie Kolonialismus, Rassismus und globaler Kapitalismus eine zentrale, oft unterschätzte Rolle.
Die Wissenschaft war nie klarer, doch die konzertierte globale Aktion bleibt das entscheidende Versäumnis.
Im Interview mit Walter Leal kommt zum Ausdruck, dass Kriege den Klimawandel von der globalen Agenda verdrängen. Besonders betroffen sind benachteiligte Gruppen im Globalen Süden. Betont werden die ungleiche Verantwortung, zunehmende Ungleichheit und die Illusion, dass sich der Globale Norden vor Klimafolgen schützen kann.
Sicherheit...und ihre vielen Gesichter!
Diese „Für Vielfalt“-Ausgabe gibt einen Einblick darüber, wie bedroht Sicherheit und Menschenrechte weltweit sind. Am Beispiel des mexikanischen Cherán und gefährdeter Menschenrechtler*innen werden persönliche Geschichten und Zahlen präsentiert. Sie brechen ihr Schweigen und riskieren damit ihr Leben. Dokumentarfilmer Peter Steudtner betont außerdem, dass wir in Zeiten zunehmenden Gegenwinds solidarisch mehr aufeinander achten müssen.
Wenn Ernährung zur Bedrohung wird
Den Rohingya wurde über Jahrzehnte mit Entrechtung, Vertreibung und Gewalt die Selbstversorgung genommen. Staatenlos, von Feldern, Märkten und Arbeit ausgeschlossen, leben sie in Rakhine und den Lagern Kutupalongs unter erzwungener Aushungerung. Das Verfahren Gambias vor dem Internationalen Gerichtshof könnte erstmals klären, ob der systematische Entzug von Nahrung als Methode des Völkermords zu werten ist.
Ernährung: Lebensgrundlage, Kulturgut und Kriegswaffe
Das Agrifood-System versorgt rechnerisch zehn bis zwölf Milliarden Menschen, doch Tierfütterung, Industrie und Verschwendung entziehen der Welt Nahrung. Krieg, Vertreibung, gekürzte Hilfe und El Niño verschärfen den Hunger. Zugleich drohen Übergewicht für sechs von zehn Erwachsenen und ein beispielloser Verlust an Artenvielfalt: Kein anderer Sektor schädigt sie stärker als unsere Ernährung. Unser Schwerpunktthema in dieser Ausgabe.
Europas ausgelagerte Grenze
Die EU rüstet ihre Außengrenzen auf und lagert Asylverantwortung an autoritäre Partner in Nordafrika aus. Gelder, Ausrüstung und Kooperationen mit tunesischen, libyschen und anderen Sicherheitsapparaten halten Schutzsuchende fern – trotz dokumentierter Gewalt, Folter und Todesgefahr. Sinkende Ankunftszahlen verschleiern: Fluchtrouten verlagern sich, die Zahl der Opfer steigt. Den Preis zahlen Geflüchtete mit ihrem Leben. Von Laura Mahler
"Nobody is illegal on stolen land"
Für Henry Red Cloud, Oglala Lakota aus Pine Ridge, ist Clean Energy ein Schlüssel zu Selbstverwaltung und Souveränität. Mit Solaranlagen, Schulungen, Niedrigenergiehäusern, Gärten und Bisonzucht stärkt sein Renewable Energy Center die Unabhängigkeit verarmter Reservate. Ein Bündnis von 19 indigenen Nationen will bis 2029 Solarenergie ausbauen. Von Yvonne Gangert.
Klimawandel und Kolonialismus
Der Klimawandel ist ein globales Problem, dessen Ursachen und Folgen ungleich verteilt sind. Neben Industrialisierung und Konsum spielen auch historische Faktoren wie Kolonialismus, Rassismus und globaler Kapitalismus eine zentrale, oft unterschätzte Rolle.
Die Wissenschaft war nie klarer, doch die konzertierte globale Aktion bleibt das entscheidende Versäumnis.
Im Interview mit Walter Leal kommt zum Ausdruck, dass Kriege den Klimawandel von der globalen Agenda verdrängen. Besonders betroffen sind benachteiligte Gruppen im Globalen Süden. Betont werden die ungleiche Verantwortung, zunehmende Ungleichheit und die Illusion, dass sich der Globale Norden vor Klimafolgen schützen kann.
Sicherheit...und ihre vielen Gesichter!
Diese „Für Vielfalt“-Ausgabe gibt einen Einblick darüber, wie bedroht Sicherheit und Menschenrechte weltweit sind. Am Beispiel des mexikanischen Cherán und gefährdeter Menschenrechtler*innen werden persönliche Geschichten und Zahlen präsentiert. Sie brechen ihr Schweigen und riskieren damit ihr Leben. Dokumentarfilmer Peter Steudtner betont außerdem, dass wir in Zeiten zunehmenden Gegenwinds solidarisch mehr aufeinander achten müssen.