-
(AUFTAKT) Hyundai Boulder
Hyundai zeigt mit dem Boulder Concept ein Leiterrahmen-Pick-up-Konzept, das traditionelle US-Truck-Attribute mit modernem Design verbindet. SangYup Lee nennt die Designphilosophie »Art of Steel« und betont die skulpturale sowie funktionale Übersetzung von Stahlstärke in Form. Randy Parker hebt hervor, dass der Boulder in den USA aus US-Stahl gefertigt, in Amerika entwickelt und gebaut werden soll, um eine authentische Alternative für Rancher und Farmer zu bieten. Amerikanische Kunden sollen mit dem Boulder angesprochen werden, indem Hyundai bewusst »Made in USA«‑Argumente und regionale Fertigung betont.
-
2025 war ein gutes Jahr für Auto-Auktionen
Catawiki meldet für 2025 einen starken Zuwachs im Segment Automobile mit einem Plus von rund 20 Prozent. Ein Maserati 3500 GT von 1962 erzielte dabei den höchsten in Deutschland registrierten Zuschlag von 145.000 Euro. Weitere beachtliche Ergebnisse erreichten unter anderem ein Mercedes‑Benz 220 S „Ponton“ Cabriolet und ein Jaguar E-Type V12 Cabriolet. Das Interesse reichte von klassischen Grand Tourismos bis zu sportlichen Kultmodellen der 1980er- und 1990er-Jahre.
-
(TITELSTORY) 90 Jahre Diesel-Pkw
Rudolf Diesel patentierte 1893 einen Ölbrenner mit Selbstzündung, der Antriebe von Schiffen, Stationärmaschinen und Lkw revolutionierte. Europäische Hersteller wie Peugeot, Mercedes und Citroën experimentierten ab den 1930ern mit Dieselmotoren im Pkw, was schließlich zu robusten Sparern führte. Technische Neuerungen wie Turboaufladung, Rußpartikelfilter und Common‑Rail‑Einspritzung machten aus dem Diesel seit den 1970ern einen leistungsfähigen und populären Antrieb, bevor der Skandal 2015 den Markt erschütterte. Professor Ferdinand Dudenhöffer warnt, dass Marktanteile und politische Rahmenbedingungen den Pkw‑Diesel weiter schrumpfen lassen könnten, sodass sein hundertjähriges Jubiläum fraglich wirkt.
-
(REPORTAGE) BMW 700
Jörg Tischer hat seinen BMW 700 Coupé nach jahrzehntelangem Verfall in einem Schuppen wiederhergestellt und fährt ihn seit seinem 80. Geburtstag. Das Modell BMW 700 half 1959 BMW aus einer finanziellen Krise und wurde in großer Stückzahl produziert. Mechanische Besonderheiten wie der heckmontierte Zweizylinder-Viertakter und aufwendige Karosseriedetails erforderten umfangreiche Reparaturen und Neuanfertigungen, die Tischer mit spezialisierten Fachbetrieben umsetzte. Hannelore, seine Frau, unterstützte das Projekt geduldig, sodass Tischer am Ende ein fahrbereites und detailgetreues Exemplar präsentieren konnte.
-
(REPORTAGE) VW Rometsch
Friedrich Rometsch formte in Berlin handgearbeitete Karosserien auf Basis des VW Käfer und schuf elegante Lawrence- und Beeskow-Modelle. René van Hulzen restaurierte ein seltenes Rometsch Lawrence Coupé, das aus den USA zurückgeholt worden war, und rekonstruierte fehlende Teile mithilfe internationaler Nachfertigungen. Die Restaurierung erforderte die Reproduktion von Stoßstangen, Aluminiumblechen und Holzbauteilen sowie die Anpassung originalgetreuer Farben. Die seltenen Rometsch-Fahrzeuge gelten heute als begehrte Sammlerstücke und sorgen für großes Interesse auf Oldtimer-Treffen.
-
(PORTRÄT) Helmut Käs
Helmut Käs leitet die BMW Group Classic und betreut an historischen Standorten Sammlung, Restaurierung und Ersatzteilversorgung. BMW Group Classic nutzt 3D-Scans, Nachfertigungen und traditionelle Handwerksmethoden, um originale Teile zu erhalten und Fahrzeuge fahrfähig zu halten. Sammler und Händler aus aller Welt melden sich mit Restaurierungsanfragen bei der Classic-Abteilung, die rund 1.450 Fahrzeuge verwaltet. Käs betont die Technikoffenheit der Marke, etwa in Wasserstoffprojekten und in der historischen Formel‑1‑Motorforschung, und sieht Classic als Wissenszentrum für Gegenwart und Zukunft.
-
(LESERAUTO) Mercedes 500E
Mercedes entwickelte den 500E in Kooperation mit Porsche, um eine sportliche Limousine mit einem 5,0‑Liter‑V8 zu schaffen. Porsche übernahm maßgebliche Karosserieanpassungen und die Montage, was eine aufwendige Logistik zwischen Sindelfingen und Zuffenhausen erforderte. Stefan Küppers besitzt einen E500 aus 1993, den er sorgsam pflegt und bei dem er moderne HiFi‑Technik sorgsam in die klassische Mittelkonsole integrierte. Technische Besonderheiten wie verbreiterte Radhäuser, veränderte Batterieplätze und hochwertige Innenausstattung tragen zur Wertschätzung und zum Sammlerinteresse an diesem Modell bei.
-
Retro Classics Essen: Gelungener Einstand
Die Retro Classics Essen überzeugte bei ihrer Premiere mit qualitativ hochwertigen Kontakten, zahlreichen Fahrzeugverkäufen und starker Clubbeteiligung. Die neue Messepositionierung legte Wert auf Ruhrgebietsnähe, Clubkultur und eine Premiumhalle, die sowohl Handel als auch Aufenthaltsqualität förderte. Aussteller wie Gallery Aaldering und Hauck Classics meldeten erfolgreiche Verkäufe, während 16 Prozent der Besucher aus dem Ausland kamen. Der Veranstalter plant für 2027 eine gezielte Ansprache des Wochenendpublikums und eine Ausweitung der Themen und Serviceangebote.
-
(REPORTAGE) Rust in Peace
Frans Mandigers sammelt verlassene US-Klassiker und konserviert ihre Patina, statt sie vollständig zu restaurieren. Die drei Fahrzeuge Packard (1949), Buick Roadmaster (1957) und Lincoln Continental (1964) illustrieren Mandigers' »Rustlook«‑Konzept, das natürliche Verwitterung sichtbar erhält. Mandigers verwendet künstlerische Alterungstechniken, spezielle Farben mit Eisenpartikeln und Versiegelungen, um glaubwürdige Rost- und Gebrauchsspuren zu erzeugen. Das Ergebnis verwandelt die Autos in Zeitzeugen, die Roadtrip‑Romantik und Alltagsgeschichten der US‑Autogeschichte transportieren.
-
(Leserauto) Opel Diplomat B
Opel wollte mit der KAD‑A‑Reihe und einem V8-Motor in die Oberklasse vordringen, um Kunden beim Hersteller zu halten. General Motors verlegte Entwicklungsteile in die USA, wodurch anfänglich Corvette‑abgeleitete Aggregate und Probleme bei Verbrauch und Laufkultur entstanden. Der Diplomat B erhielt später einen 5,4‑Liter‑V8 mit 230 PS sowie technische Verbesserungen wie eine De‑Dion‑Achse und innenbelüftete Scheibenbremsen. Wolfgang Krapp erwarb zwei Diplomat B, darunter ein besonders gut erhaltenes Exemplar mit spezieller Historie aus Bayern.
-
(Reise) Einmal um den Tegernsee – Eine Runde für klassische Autos
Der Tegernsee bietet eine malerische Runde mit stetigen Uferkilometern und Alpenblick, die sich besonders für klassische Automobile eignet. Die Westseite des Sees wirkt entspannter mit weniger Ortsdurchfahrten, während die Ostseite öfter belebt ist und abwechslungsreiche Abschnitte bietet. Die Auffahrt zum Wallberg und Abstecher ins Sutten‑ und Valepp‑Gebiet liefern technisch interessante und aussichtsreiche Streckenabschnitte. Am 4. und 5. Juli 2026 findet auf Gut Kaltenbrunn der Concours of Elegance Germany statt, wo rund 50 internationale historische Fahrzeuge gezeigt werden.
-
(Shop) Alles, was rund ums Auto Spaß macht
Fünf neue Buchtitel werden vorgestellt und decken Themen von privaten Luxusfahrzeugsammlungen bis zur Rennsport‑ und Filmwagenhistorie ab. Holger Appel und Thomas Geiger portraitieren in 'Luxus‑Schrott aus Hollywood' die Sammlung von Rudi Klein inklusive Fotografien und Kontext. Siegfried Tesche setzt die 'Movie Cars'‑Reihe fort und beleuchtet ikonische Fahrzeuge aus der Filmgeschichte. Weitere Bände widmen sich dem Audi 100 Coupé S, der AMG‑Chronik und dem Porsche Spyder im Rennsport.
-
(Werkstattgeschichten) Heulender Zapfen
Ein Opel Olympia 50 meldete ein lautes Heulen, das im Leerlauf verschwand. Die Werkstatt baute das Getriebe aus und prüfte Zahnräder, Lager und Wellen, ohne anfänglich eine klare Ursache zu finden. Nach Ersatz einiger Komponenten persistierte das Geräusch, bis eine genaue Inspektion der Hauptwelle feine Nadellagermarken auf dem Zapfen offenbarte. Der Tausch der Hauptwelle und Nadeln beseitigte das Heulen schließlich vollständig.
-
(Service) Klarer Blick statt teurem Tausch
Verkratzte Windschutzscheiben beeinträchtigen die Sicht und veranlassen oft zu kostspieligem Austausch. Martin Klein von AES‑Autoglas erläutert, dass moderne Poliersysteme oberflächliche Kratzer häufig wirtschaftlich entfernen können, insbesondere bei Oldtimern. Das Polieren nutzt abrasive Polituren oder ein chemisch‑mechanisches Ceroxid‑Verfahren, erfordert penible Reinigung, Temperaturkontrolle und ist innerhalb des direkten Sichtfelds eingeschränkt. Die Eignung hängt von Schadentiefe und Glasart (VSG vs. ESG) ab; bei tieferen Innenkratzern ist oft ein Ausbau oder Tausch unvermeidlich.
-
(Service) Rost im Tank
Viele Oldtimer sind nach längeren Standzeiten von Rost im Stahltank betroffen, weil moderner E5/E10‑Kraftstoff Wasser bindet und Mikroorganismen begünstigt. Die chemische Zersetzung des Sprits kann Essigsäure bilden, die Metallleitungen und Tankblech angreift. Die Diagnose erfolgt über Filterkontrolle, Endoskopie und Sichtprüfung; bei starkem Befall ist ein Ausbau notwendig. Die Sanierung reicht von Reinigen, Strahlen und Entrosten bis zu Innenversiegelung oder Austausch, und vorbeugend helfen Benzinstabilisatoren und ein möglichst voller Tank.
-
(Service) Moderne Zeiten – Nachrüstung mit zeitgemäßer Technik
Viele Oldtimer lassen sich gezielt mit moderner Technik aufrüsten, um Alltagstauglichkeit und Sicherheit zu verbessern, ohne das historische Erscheinungsbild zu zerstören. Hersteller bieten Retro‑Designlösungen für DAB+, Bluetooth‑Anschluss und moderne Infotainment‑Systeme, die hinter dem Armaturenbrett verborgen bleiben können. Elektrische und mechanische Upgrades wie moderne Lichtmaschinen, Lithiumbatterien, Elektronikzündungen, Zusatzlüfter oder Polyurethanlager erhöhen Zuverlässigkeit und Fahrkomfort. Für historisch relevante Fahrzeuge empfiehlt sich eine sorgsame Abwägung und gegebenenfalls Prüfabstimmung mit Sachverständigen für H‑Zulassung.
-
(Traumklassiker) Generationsvergleich Porsche Targa
Ferdinand ‚Ferry‘ Porsche trieb die Entwicklung einer offenen Version des 911 voran und favorisierte eine stromlinienförmige Lösung mit festem Überrollbügel. Karmann und Porsches Designteam entwickelten frühe Prototypen; der serienreife Targa brachte schließlich den charakteristischen gebürsteten Edelstahlbügel. Porsche veränderte das Dachkonzept über die Jahrzehnte, von Soft‑Window‑Heckscheiben über feste Greenhouse‑Lösungen bis zur Rückkehr des ikonischen Targa‑Bügels mit elektrisch bedienbarem Mittelteil. Der Targa etablierte sich als eigene, beliebte Variante zwischen Coupé und Cabriolet und prägte die 911‑Modellgeschichte nachhaltig.
-
(Benzingespräch) Viele wissen nicht, wie das System Tankstelle funktioniert
Herbert W. Rabl erklärt, dass Tankstellenbetreiber in Deutschland hauptsächlich Pächter großer Mineralölkonzerne sind und die Konzerne die Preise steuern. Rabl betont, dass Pächter nur eine geringe fixe Provision pro Liter erhalten und daher von steigenden Spritpreisen nicht profitieren, während das Shopgeschäft leidet. Der TIV‑Sprecher kritisiert die politische Reaktion als Stückwerk, fordert ein wirksameres Kartellamt und eine langfristige gesellschaftliche Perspektive zur Mobilität. Rabl warnt außerdem, dass reine Steuererleichterungen häufig vor allem Wohlhabende begünstigen.